Geschichte

 

Das Gebiet um Könitz, Kamsdorf, Goßwitz und Bucha ist durch intensiven Bergbau im 17. und 18. Jahrhundert geprägt. Viele kleine Schächte wurden vorangetrieben um Silber, Kupfer, Eisenerz und zuletzt Schwerspat zu fördern. Der Abraum, welcher rund um die Schächte als Halden angeschüttet wurde, prägt bis heute die Landschaft zwischen Könitz und Bucha. Die größte dieser Halden, ca. 100m im Durchmesser und 2m hoch, ist die "Leo's-Halde" mit ihrem "Schacht Leo".

 

Warum und wann auf dieser Halde die kleine Kapelle errichtet wurde ist nicht eindeutig geklärt. Es wird angenommen, dass die Bergarbeiter vor dem "Einfahren" hier um Beistand durch "die heilige Barbara" als Schutzpatronin der Bergleute gebeten haben.

 

Die Kapelle selbst wurde nie geweiht weshalb Sie zum Teil auch als "Venustempel" bezeichnet wird.

 

 

·       2015

o   Im Frühjahr wurde ein neues Tor eingebaut, dieses hat zwar einen Riegel, ist aber nicht verschlossen.

o   Stützmauer auf der Ostseite erneuert und erweitert, somit ist die Stützmauer um die Halde komplett.

o   Vorderseite der Kapelle (Südseite) mit "Prefa" verkleidet. Die kleine Tür oberhalb der Eingangstür wurde aufgesetzt.                                    

·       2014

o   Fertigstellung von Dach und Turm

o   Fenster- und Türleibungen wiederhergestellt

o   Fensterläden und Tür erneuert

o   Ringanker zur Stabislisierung gegossen

o   Bruchsteinmauer in Richtung "Schallhalde" instandgesetzt                                                                                                                      

·       2013

o   Turm abgenommen und zur Rekonstruktion an "Treppenbau-Gärtner" übergeben

o   Dach komplett entfernt und Dachstuhl freigelegt

o   Erneuerung des Dachstuhl durch die Firma "Treppenbau-Gärtner"

o   Dach mit Prefa Dachschindeln neu eingedeckt, "Christian Fleck - Installations- & Heizungsbau" aus Könitz

·       2005

o   Übertragung an Erik Michel

·       1989

o   geplante Abtragung durch den Großtagebau Kamsdorf gestoppt

·       1975

o   Übertragung an Horst und Manfred Michel

·       1951

o   Übertragung an Kurt Michel

·       1904 / 1911

o   Erwerb durch Eugen Friedrich Michel

 

"Weitere Erkundigungen zur Geschichte sind in Bearbeitung und werden entsprechend ersetzt und geändert"

 

 

Wilhelm Leo - Bergmeister

(Recherche durch Wolfgang Fröber, Dr.Dr. Peter Lange und Jürgen Sündermann)

 

Im Jahr 1795 wurde Wilhelm Leo in Rudolstadt geboren.

 

Er besuchte die Schule in Rudolstadt und trat danach offenbar in das Rudolstädter Militär ein. Am 11.08.1823 stellte er als "Sergeant und Bergeleve in schwarzburgischen Diensten" einen Antrag zum Studium an der Bergakademie in Freiberg / Sachsen. Von Gottes Gnaden Friedrich August von Sachsen genehmigte am 10.10.1823 dem Freiberger Oberbergamt die Annahme des Bergeleven Wilhelm Leo unter Einschluß von Besichtigungen der Berg- und Hüttenwerke, aber unter Ausschluß des Besuches der sächsischen Kobaltbergwerke, Blaufarbenwerke und Arsenikhütten, und gegen Entrichtung der gewöhnlichen Honorare an die betreffenden Lehrkräfte. Wilhelm Leo zahlte darauf vier Gulden in Caulsdorf (heute Kaulsdorf) ein.

 

Nach dem Studium war er Einfahrer im Könitzer Bergbau, d.h. Inspektor und Markscheider und wurde bald darauf zum fürstlich Schwarzbirg-Rudolstädtischen Bergmeister ernannt. Er bezog 1827 als Bergmeister eine Dienstwohnung im Südflügel des Könitzer Schlosses. Im Jahr 1843 erschien seine Abhandlung "Geognostische Monographie der Oberherrschaft des Fürstentums Schwarzburg-Rudolstadt" und im Jahr später sein Buch "Erster Unterricht im Bergbau".

 

Im Jahr 1843 hatte der Verleger Joseph Meyer, der sich auch als Eisenbahnpionier einen Namen machte, die "Deutsche Eisenbahnschienen Compagnie" gegründet. Diese Gesellschaft baute in Neuhaus-Schierschnitz bei Sonneberg ein großes Hüttenwerk indem überwiegend Eisenbahnschienen gewalzt werden sollten. In diesem Zusammenhang hatte Joseph Meyer in den Jahren zuvor an vielen Orten Thüringens und Bayerns Eisenerz- und Kohlevorkommen gemutet und auch verliehen bekomme, darunter unter anderem Grubenfelder in Könitz, Kamsdorf und Bucha sowie auf dem Eisenberg bei Unterwirbach. Die Grubenfelder von Könitz, Kamsdorf und Bucha wurden Ihm am 05.10.1841 als Spezialverleihung übertragen. Für mehrere dieser Grubenfelder hatte Joseph Meyer eine "Consolidierung", d.h. die Vereinigung benachbarter Gruben, beantragt. Bergmeister Wilhelm Leo unterstütze diese Zusammenführung und erkannte die technologische und ökologische Notwendigkeit solch größere Abbaugebiete im Zuge der industriellen Revolution. Mit den "Consolidierten Gottschildgruben" und dem "Vereinigten Feld Wohlgemuth und Wilder Mann" enstanden Voraussetzungen für ein umfangreichen Bergbau im Könitzer Gebiet. In der Zeit nach 1843, als Joseph Meyer auf dem Eisenberg in Unterwirbach und in den Könitzer Gruben den Eisenerzbergbau aufnahm, ging mit der Unterstützung von Wilhelm Leo ein Aufschwung des Könitzer Eisensteinbergbaus einher.

 

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© Erik Michel